18.01.2022 – Saudi/Emirati-Massaker im Jemen – Internationale Protestnote

Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Koalition führten am Montag 50 Luftangriffe auf eine Reihe jemenitischer Provinzen durch, teilten Sicherheitsquellen der Yemen Press Agency mit.

Die Quellen bestätigten, dass die Flugzeuge der Koalition 24 Angriffe auf die Bezirke Harib und Al-Jouba starteten, sieben weitere den Bezirk Al-Wadi trafen und ein weiterer den Bezirk Serwah in der Provinz Marib angriff, während vier Luftangriffe den Bezirk Ayn in der Provinz Shabwa trafen und ein Angriff auf Al- Distrikt Sawma’h in der Provinz Bayda.

Zuvor bombardierten die Kampfflugzeuge die Provinz Dhamar fünfmal.

In Hodeida griffen die Kampfflugzeuge dreimal das Gebiet Al-Jabalia und den Bezirk Al-Jarrahi an, während drei Luftangriffe auf den Bezirk Maqbna in der Provinz Taiz und zwei Angriffe auf das Gebiet Taibat Al-Esm in der Wüste Al-Ajasher vor der Grenzprovinz Najran abzielten.

Die Zahl der Todesopfer durch die Luftangriffe der Saudischen-Kriegskoalition stieg dabei auf 12 Tode.

Nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen und Friedensaktivisten erheben Protest gegen die andauernden Kriegsverbrechen der Saudi/Emirati-Kriegskoalition mit Beihilfe von NATO- und EU-Ländern.

21.01.2022 – Internationale Protestnote

Es folgen Protestnoten, Verurteilungserklärungen und ein Offener Brief an die Bundesregierung von:

  • Nationale Team für die auswärtige Kontaktaufnahme Jemen
  • Stop the WAR in Yemen – Germany
  • Die  jemenitische  Gemeinschaft  in  Schleswig – Holstein – Germany 
  • INSAN – Organisation für Menschenrechte und Frieden
  • Maximilian Gräf

Das Nationale Team für die auswärtige Kontaktaufnahme Jemen

Sanaa, den 22.1.2022

Verurteilungserklärung

Das Nationale Team für die auswärtige Kontaktaufnahme verfolgt die grausamen Verbrechen, die die emiratischen, saudischen, britischen und amerikanischen Koalitionsländer in den Provinzen Sa’da und Hudaida am Donnerstag, dem 20 Januar 2022, verübt haben. Die Flugzeuge der Koalitionsländer griffen das Untersuchungsgefängnis in der Provinz Sa’da und das Kommunikationszentrum in der Provinz Hudaida ein. Dabei wurden Hunderte von Zivilisten getötet und verletzt. Das Nationale Team verurteilt die beiden Verbrechen aufs Schärfste, die die Koalitionsländer begangen haben, ohne dabei die Bestimmungen des humanitären Völkerrechts zu berücksichtigen, die das Bombardieren von zivilen Häusern und Wohnvierteln als Verbrechen gegen die Menschlichkeit betrachten.

Durch diese Erklärung hebt das Nationale Team hervor, dass, was die Luftwaffe der Länder der Aggressionskoalition getan hat, nicht neu oder überraschend war. Dies ist ein Teil der militärischen und ökonomischen Eskalation der Aggressoren, die ihre Angriffe auf zivile Häuser und Institutionen verschärft haben. So haben sie gegen alle internationalen Abkommen und Verträge verstoßen.

Die Luftwaffe der Länder der Aggressionskoalition hat das Kommunikationszentrum in Hudaida angegriffen und dabei das einzige internationale Kommunikationsportal der Republik Jemen „The Internationale Telecommunication Gateway“ zerstört. Deshalb ist der Internetdienst im Jemen gestoppt und der ganze Jemen ist von der Welt abgeschnitten. Die Koalition will damit den Jemen zu isolieren, damit keine Fotos und Videos, die die Verbrechen der Koalitionsländer dokumentieren, durch das Internet in die Welt geschickt werden können. Unter diesen Verbrechen war vor allem der Angriff auf das Untersuchungsgefängnis in Sa’da. Zuerst wurde das internationale Kommunikationsportal zerstört und danach das Gefängnis, in dem 87 Menschen getötet und 226 andere verletzt wurden. 

Die militärische Eskalation der Länder der Aggressionskoalition ist ein Teil des Plans, die Zivilisten im Jemen systematisch mit einer britischen und amerikanischen Zustimmung zu töten. Diese bösen Taten sind sicherlich eine Gewohnheit des Verhaltens der Länder der Aggressionskoalition. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, in Alliebi-Viertel in der Hauptstadt Sanaa, in Sa’da, Hudaida und Amran.

Das Nationale Team bedauert die negativen Positionen der Vereinten Nationen und ihrer Organisationen. Ihre negative Rolle hat die Koalitionsländer dazu ermutigt, solche Verbrechen zu begehen, indem sie geschwiegen und nichts dagegen getan haben. Das Fehlen des internationalen Mechanismus im Menschrechtsrat, das Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate mit der Unterstützung von Amerika und Großbritannien zu beseitigen versuchten, ermutigt die Länder der Aggressionskoalition den systematischen Angriff auf zivilen Häuser und Wohnviertel, obwohl solche Verbrechen mit der Zeit nicht zurückgezogen werden können.

Das Nationale Team fordert die Vereinten Nationen und ihre Organisationen, insbesondere den Menschenrechtsrat und die Hochkommissariat für Menschenrechte, dazu auf, ihre moralischen, humanitären und rechtlichen Pflichten zu erfüllen, die Verbrechen in Sanaa, Sa’da und Hudaida zu verurteilen und die Zivilisten in der Zukunft zu schützen, indem die Prinzipen des internationalen Völkerrechts durchgeführt werden. Diese Prinzipien sollten Zivilisten und ihr Eigentum während der Kriege schützen.

Das Nationale Team fordert auch noch die Länder der europäischen Union, Kanada, die Länder des Lateinamerikas und die freien Länder der Welt durch den UN-Rat für Menschenrechte dazu auf, eine neutrale internationale Kommission zu bilden. An dieser Kommission sollten sich Länder außerhalb der Länder der Aggressionskoalition beteiligen, damit eine Ermittlung in den Verbrechen und Verstößen der emiratischen, saudischen, britischen und amerikanischen Länder der Aggressionskoalition durchgeführt wird. Diese Länder haben seit 26 März 2015 und bis heute viele Verbrechen begangen.

Die Verbrecher müssen verfolgt und vor dem Internationalen Strafgericht gebracht und bestraft werden. Nur so kann der Jemen in der Zukunft in Frieden leben und niemand kann irgendwelche Verbrechen gegen Zivilisten verüben.

Das Nationale Team für die auswärtige Kontaktaufnahme Jemen

Stop the WAR in Yemen – Protestnote an die Fraktionen des Deutschen Bundestages und Europäische Union

Mathias Tretschog, Journalist am 21.01.2022

PROTESTNOTE

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit Verurteile ich als Gründer und Sprecher der Friedensinitiative Stop the WAR in Yemen auf das Schärfste die andauernden Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord der Saudi/Emirati-Kriegskoalition mit Unterstützung der selbsternannten internationalen Werteregierungen, gegen das Volk Jemens.

RÜSTUNGSEXPORTE DER EU-UND NATO-LÄNDER

Außerdem verurteile ich auf das Schärfste jene Regierungen – insbesondere die Regierungen der NATO- und EU-Länder, die entgegen nationalen und internationalen Rechtsnormen wie der UN-Charta, UN-Waffenhandelsvertrag ATT, das Rüstungsexportverbot des Europäischen Parlaments sowie GASP/2008/944 (Gemeinsame Außen und Sicherheitspolitik der Europäischen Union), Lieferungen von Waffen und sonstigen Rüstungsgüter an Länder der Saudi/Emirati-Kriegskoalition genehmigen und so den Krieg gegen den Jemen erst ermöglichen bzw. verlängern.

Jene Regierungen leisten somit Beihilfe zu Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord, Kriegsverbrechen und deren Beihilfe verjähren nicht.

Stellen Sie sofort sämtliche Lieferung von Waffen und Rüstungsgütern an ALLE beteiligten Länder im Jemenkrieg ein!

Ich darf Sie darin erinnern, das der Krieg gegen den Jemen seit 26. März 2015 durch die Saudi/Emirati-Kriegskoalition inkl. aller beteiligter Länder und Unterstützerstaaten gegen den Jemen, ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg ist, da er durch die Vereinten Nationen zu keiner Zeit ein Mandat erhielt.

16.04.2015 – Offener Protest-Brief von Jemen-Gelehrten – Illegaler Krieg

Nahost-Forschungs – Informationsprojekt

Wir schreiben als Wissenschaftler, die mit Jemen und als Einwohner / Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten betroffen sind. Der militärische Angriff Saudi-Arabiens, der von den Staaten des Golf-Kooperationsrates (aber nicht von Oman), Ägypten, Jordanien, Sudan, Großbritannien und vor allem den USA unterstützt wird, ist in der dritten Woche der Bombardierung und Blockade des Jemen. 

Diese militärische Kampagne ist nach internationalem Recht illegal: Keiner dieser Staaten hat einen Fall für die Selbstverteidigung. Die Ziele der Kampagne umfassen Schulen, Heime, Flüchtlingslager, Wassersysteme, Getreidelager und Nahrungsmittelindustrie. Dies kann den gewöhnlichen Jemeniten entsetzlichen Schaden zufügen, da fast keine Nahrungsmittel oder Medikamente eindringen können.

Jemen ist das ärmste Land der arabischen Welt im Pro-Kopf-Einkommen, aber reich an kultureller Vielfalt und demokratischer Tradition. Anstatt zur Zerstörung des Landes beizutragen, sollten die USA und das Vereinigte Königreich eine Resolution des UN-Sicherheitsrates unterstützen, in der sie einen sofortigen, bedingungslosen Waffenstillstand fordern und ihren diplomatischen Einfluss nutzen, um die Souveränität und Selbstverwaltung des Jemen zu stärken. Als Spezialisten sind wir uns der internen Spaltungen innerhalb der jemenitischen Gesellschaft mehr als bewusst, aber wir sind der Meinung, dass es den Jemen selbst überlassen ist, eine politische Lösung auszuhandeln.

Zeichner: Robert Burrowes, Universität von Washington; Steve Caton, Harvard Universität; Sheila Carapico, Universität von Richmond; Paul Dresch, Universität Oxford; Najam Haidar, Barnard College; Anne Meneley, Universität Trent; Brinkley Messick, Universität von Columbia; Flagg Miller, Universität von Kalifornien-Davis; Martha Mundy, London School of Economics; Thanos Petouris, SOAS-Universität von London; Lucine Taminian, Das Amerikanische Akademische Forschungsinstitut im Irak; Gabriele vom Bruck, SOAS-Universität von London; Janet Watson, Universität von Leeds; Lisa Wedeen, Universität von Chicago; Shelagh Wehr; John Willis, Universität von Colorado; Stacey Philbrick Yadav, Hobart und William Smith Colleges; Sami Zubaida, Birkbeck College, London

MANSOUR HADI UND DIE INTERNATIONALE STAATENGEMEINSCHAFT

Ich darf Sie daran erinnern, das der Ex-Präsident des Jemens Mansour Hadi – den Sie als Internationale Staatengemeinschaft als „legitimen Präsidenten“ anerkennen und unterstützen, bereits seit Januar 2015 keine Legitimation mehr hat, das Volk und das Land Jemen in irgendeiner Art und Weise zu repräsentieren oder zu vertreten. Seine offizielle Amtszeit als Interimspräsident war von Februar 2012 bis Februar 2014 durch das Volk Jemens legitimiert, Hadi trat offiziell im Februar 2015 als Präsident des Jemens zurück und löste seine Regierung auf. Mansour Hadi, der sich gemeinsam mit Saudi Arabien und beteiligter Kriegsländer, den VAE und deren internationaler Söldnerarmeen schwerster Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Jemen schuldig gemacht hat, führt gemeinsam mit Al-Qaida, IS und AQAP-Terroristen Krieg gegen sein eigenes Volk.

SELBSTBESTIMMUNGSRECHT DER VÖLKER (Artikel 1 Ziffer 2 der UN-Charta)

Ich darf Sie daran erinnern, das auch das Volk Jemens – wie alle anderen Völker dieser Welt auch, das Recht auf Selbstbestimmung hat und sich die Internationale Staatengemeinschaft, dem Gewaltverbot der UN-Charta insbesondere Artikel 2. Absatz 3 und 4 verpflichtet hat. So hat darüber hinaus auch das Volk Jemens nach UN-Charta Art. 51 das Recht sich gegen ausländische Aggressoren zu verteidigen.

Tägliche Kriegsverbrechen der US/Saudi/Emirati-Kriegskoalition mit Beihilfe sonstiger NATO/EU-Staaten inkl. Deutschland

Stop the WAR in Yemen – Pressespiegel 2021

Ich fordere Sie hiermit auf:

  1. unverzüglich die Kriegsverbrechen der Saudi/Emirati-Kriegskoalition in aller Schärfe auf internationalen Bühnen zu verurteilen
  2. die logistische und militärische Unterstützung der Saudi/Emirati-Aggressionsländer sofort einzustellen und so den Freiheitswillen und Friedensbemühungen des jemenitischen Volkes nicht weiter zu torpedieren
  3. die Verantwortlichen der Saudi/Emirati-Aggressionsländer vor den Internationalen Strafgerichtshof zu stellen!

Mathias Tretschog – Journalist und Gründer von Stop the WAR in Yemen – Germany

Jemenitische Gemeinschaft in Deutschland (Schleswig-Holstein)

Die Luftangriffe der Saudi-VAE Aggression auf die Hauptstadt Sana’a

Jemenitische Gemeinschaft in Deutschland (Schleswig-Holstein) am 20.01.2022

Die jemenitische Gemeinschaft in Deutschland (Schleswig-Holstein) verurteilt die andauernden Luftangriffe der Saudis und der Emirate mit logistischer Unterstützung der USA auf die Hauptstadt Sanaa. 

Allein die Bombardierungen in letzter Nacht führten zum Tod von 14 und zur Verwundung von 11 unschuldigen Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder.

Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Koalition führten am Montag 50 Luftangriffe auf eine Reihe jemenitischer Provinzen durch, teilten Sicherheitsquellen der Yemen Press Agency mit.

Die Quellen bestätigten, dass die Flugzeuge der Koalition 24 Angriffe auf die Bezirke Harib und Al-Jouba starteten, sieben weitere den Bezirk Al-Wadi trafen und ein weiterer den Bezirk Serwah in der Provinz Marib angriff, während vier Luftangriffe den Bezirk Ayn in der Provinz Shabwa trafen und ein Angriff auf Al- Distrikt Sawma’h in der Provinz Bayda.

In Hodeida griffen die Kampfflugzeuge dreimal das Gebiet Al-Jabalia und den Bezirk Al-Jarrahi an, während drei Luftangriffe auf den Bezirk Maqbna in der Provinz Taiz und zwei Angriffe auf das Gebiet Taibat Al-Esm in der Wüste Al-Ajasher vor der Grenzprovinz Najran abzielten.

Die jemenitische Gemeinschaft bekräftigt, dass das anhaltende Schweigen der internationalen Gemeinschaft angesichts dieser Kriegsverbrechen gegenüber den am Jemenkrieg beteiligten Länder ermutigt, weiteren Völkermord gegen das jemenitische Volk zu begehen.

Wir verurteilen auf das Schärfste die Doppelmoral der internationalen Gemeinschaft, die zu solch abscheulichen Verbrechen schweigt und wenn die jemenitischen Befreiungskräfte reagieren, steht die internationale Gemeinschaft den Ländern den Saudi/Emirati-Kriegsländern bei und verteidigt sie auch noch.

Unsere aufrichtigen Gebete um Barmherzigkeit für die Märtyrer, Heilung für die Verwundeten und Sieg für die Menschen im Jemen

Ausgestellt von der jemenitischen Gemeinschaft in Deutschland (Schleswig-Holstein)

INSAN – Für Menschenrechte und Frieden

Verurteilungserklärung der Luftangriffe auf der Zivil-Einrichtungen in Jemen – Hunderte von Menschen sterben dabei

Verurteilungserklärung der Insan Organisation für Menschenrechte und Frieden am 21.01.2022

Die Insan-Organisation für Menschenrechte und Frieden verfolgt die gefährliche Eskalation der Koalitionsländer unter der Führung von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten und unter amerikanisch-britischer Deckung, indem sie Zivilisten ins Visier nimmt, die nach dem humanitären Völkerrecht als schwerwiegende Verstöße und Kriegsverbrechen gelten, indem sie auf zivile Objekte abzielen, die keine militärischen Ziele sind.

Die Durchführung dieser Angriffe rief weitreichende und schwere Schäden hervor, wie das Verbrechen der Bombardierung des Sana’a-Viertels Al-Libi, das viele zivile Opfer hinterließ, und das gestrige Verbrechen in der Stadt Al- Hodeidah, welches ebenfalls schwere Schäden an Menschenleben und Infrastruktur in Bezug auf das Telekommunikationsnetz verursachte. Damit wurde das Internet im ganzen Land aufgefallen und Millionen von Menschen können ihre Fanmeilen, verwanden und Freunde nicht erreichen.

Darüber hinaus die Anwendung des Aushungerns von Zivilisten als Kriegsmethode, die gemäß den Genfer Konventionen als schwerwiegende Verstöße gelten, die vorsätzlich den Tod von Tausenden von Jemeniten und verbreitete Zerstörung verursacht.
Was die Aggressionskoalition gegen den Jemen vor sieben Jahren in exzessiver und unrechtmäßiger Weise getan hat, ist das Ergebnis des anhaltenden Schweigens der internationalen Gemeinschaft und internationaler Organisationen zu solchen schwerwiegenden Verletzungen, sind grundlegende Faktoren, die laut Angaben der internationalen Berichte die schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt verursacht haben.

Die Duplizität im Umgang mit Menschenrechtsverletzungen in der Welt entlarvt sowohl Länder und internationale Organisationen, die behaupten, die Menschenrechte zu verteidigen, als auch ihren Anspruch, Frieden in Kriegsgebiete zu bringen.
Infolgedessen kann es keinen Frieden geben, wenn über die Zielrichtung auf Zivilisten und zivile Objekte geschwiegen wird.

Die Insan-Organisation für Menschenrechte und Frieden fordert die internationale Gemeinschaft und internationale Organisationen auf, ihre Verpflichtungen und Engagements bei der Verteidigung der Menschenrechte zu erfüllen und klare Positionen zu vertreten, in denen ein Ende der Kriegsverbrechen im Jemen und die Aufhebung der Belagerung plädieren.

Insan Organisation für Menschenrechte und Frieden
Hamburg, den 22.01.2022

OFFENER BRIEF AN DEN BUNDESKANZLER

Maximilian Gräf, Unterwössen, 20.01.2022

Herr Bundeskanzler
Olaf Scholz
Bundeskanzleramt Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin


Nachrichtlich:
Innenministerium
Auswärtiges Amt
Integrationsbeauftragte
Innenausschuss
Auswärtiger Ausschuss
Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe
Unterwössen

Katastrophale Situation im Jemen: Lassen Sie die Menschen nicht im Stich

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
mit diesem Schreiben möchte ich meine Sorge um den aktuellen Zustand im Jemen bekunden und die Regierungen der westlichen Welt auffordern, Kranke sowie Gefährdete aufzunehmen und sich für einen unverzüglichen Frieden im Jemen einzusetzen. Auch müssen die Mittel für die humanitäre Hilfe aufgestockt werden. Zudem muss das Moratorium nach Saudi-Arabien, bezogen auf Waffenlieferungen verlängert und auf alle andere am Krieg beteiligten Parteien ausgeweitet werden.

Bitte setzen Sie sich auf internationaler Ebene ein, auch weitere Länder vom Moratorium für Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien zu überzeugen. Denn jedes weitere Gewehr, jede Patrone, jeder Panzer und jeder Kampfjet verlängert den Konflikt, und dass zu Kosten der Zivilbevölkerung und unersetzlicher Kulturstätten.

Wöchentlich, wenn nicht sogar täglich, hört man Berichte über die furchtbaren und menschenunwürdigen Zustände im Jemen. Darauf wird mit Konferenzen, die leider klein klares Ergebnis bringen, und Waffenlieferungen geantwortet. Denn den meisten westlichen Ländern geht es nicht darum, die unmenschlichen Zustände zu beenden, sondern um den Verkauf von Waffen, der Wirtschaft wegen. Und daher unterstützt man auch autokratische Länder wie Saudi-Arabien beim Konflikt im Jemen. Ist denn das Überleben so vieler Menschen so wenig wert?

Laut Zeit.de wurden im Juni 2021 bei einem Luftangriff eine Tankstelle in der Stadt Marib 14 Zivilisten getötet. Obwohl mehrere Menschen vor der Tankstelle warteten, haben die Huthi-Rebellen angegriffen und 14 Menschen getötet. Dies verdeutlicht noch einmal die brutale Kriegsführung im Jemen und die katastrophale Menschenrechtslage. Für die Huthi-Rebbeln scheint die Eroberung einer Tankstelle wichtiger zu sein als das Leben von 14 Menschen.

Laut dem Welternährungsprogramm WFP stehen 5 Millionen Menschen kurz vorm Hungertod und weitere 16 Millionen bewegen sich darauf zu. Zudem verkündete sie, dass die Rationen für Oktober 2021 gekürzt werden müssen, wenn nicht endlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Auch Krankheiten wie Cholera oder Polio breiten sich aufgrund der katastrophalen hygienischen Zustände rasant aus. Im Jemen herrschen Zustände wie hier während der spanischen Grippe. Zehn-Jährige wiegen zehn Kilo! Dies darf nicht sein! Dies ist ein Armutszeugnis für die Regierungen der ganzen Welt.

Und was die Situation noch einmal deutlich verschärft, ist die Tatsache, dass die Regionen, die am dringendsten humanitäre Hilfe benötigen würden, durch Straßensperren und Kämpfe am wenigsten bekommen.

Um den Menschen zu helfen, hilft es nicht, noch mehr Waffen zu liefern, sondern Kranke und Gefährdete aufzunehmen und den Konflikt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu beenden. Auch die Bereitstellung von Geld zur humanitären Hilfe ist ein wichtige Forderung meinerseits!
Auch die westlichen Regierungen tragen Schuld an der desaströsen Lage im Jemen. Die massive Not dort wird weitestgehend ignoriert und der Krieg durch weitere Waffenlieferungen an Saudi-Arabien weiter unnötig in die Länge gezogen, obwohl der Konflikt schon entschieden ist.

Wie wenig die westlichen Regierungen die Situation im Jemen interessiert, zeigt die geringe Spendenbereitschaft bei einer UN-Geberkonferenz im März 2021. Ich habe schon einmal 2017 einen Brief an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel gerichtet und habe in diesem auch die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien in Bezug auf den Jemen-Krieg erwähnt. Dieser Teil meines Briefes wurde komplett ignoriert. Als ich dann diesbezüglich nachfragte, bekam ich gar keine Antwort mehr.

Ich bitte Sie eindringlich: Lassen Sie die Menschen im Jemen nicht verhungern! Lassen Sie die Kranken und Gefährdeten nicht im Stich! Und stellen Sie den Menschen, die kurz vorm Hungertod stehen, finanzielle Mittel zur Notversorgung ein! Und setzen Sie sich auf EU- und internationaler Ebene ebenfalls dafür ein. Denn den notleidenden Menschen im Jemen wird durch Konferenzen nicht geholfen! Wer jetzt nicht handelt, ist mitverantwortlich für das Verhungern und Sterben von Tausenden!

Eins muss ich noch klarstellen: Ein Wirtschaftsembargo darf nicht auf Kosten der Zivilbevölkerung gehen. D. H.: Es darf keine Hilfsleistungen blockieren.

Ich bitte Sie, meine Forderungen in die Tat umzusetzen und die Menschen im Jemen nicht im Stich zu lassen!


Mit freundlichen Grüßen!
Maximilian Gräf

LINKSAMMLUNG

17.01.2022 – Yemen-Live-Map: Die saudische Luftwaffe bombardiert Huthi-Stellungen in Sanaa im Jemen

18.01.2022 – Daily Yemen: Zivile Opfer in Sana’a, 50 Luftangriffe trafen mehrere Provinzen

18.01.2022 – RND: Vergeltungsschlag nach Attacke auf Abu Dhabi: Zwölf Tote bei Angriffen im Jemen

18.01.2022 – tagesschau: Nach Attacken auf Abu Dhabi Militärkoalition fliegt Gegenangriffe im Jemen

19.01.2022 – Daily Yemen: Update: Die Zahl der Todesopfer durch Luftangriffe der Koalition auf Sana’a steigt auf 12 Tote

Stop the WAR in Yemen – Germany

  1. PRESSESPIEGEL – STOP THE WAR IN YEMEN

2. DER KRIEG IM JEMEN – HINTERGRÜNDE

3. DIE KRIEGSKOALITION SAUDI ARABIENS

4. AL-QAIDA IM JEMEN – GEMEINSAM MIT HADI, SAUDI ARABIAN UND DEN VAE

5. RÜSTUNGSEXPORTE DER EU-UND NATO-LÄNDER

Ein Kommentar zu „18.01.2022 – Saudi/Emirati-Massaker im Jemen – Internationale Protestnote

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: