Der 8. Mai 1945 gilt als Tag der Befreiung – der Tag, an dem der Zweite Weltkrieg in Europa endete. Für viele bedeutete er Hoffnung, Frieden und einen Neuanfang. Doch für viele andere begann mit dem Waffenstillstand eine Zeit des Schmerzes, der Ohnmacht und des Schweigens. Wir widmen diesen Abend jenen Menschen, deren Leid nach 1945 kaum benannt wurde: vertriebenen Familien, vergewaltigten Frauen, verhungerten Kindern, vergessenen Gefangenen.
Birgit Ruder
Marktgemeinderätin in Feucht, Vorsitzende der Bürgerallianz Feucht und stellvertretende Landesvorsitzende des Landesverbands Bayern
Pressemitteilung – BÜNDNIS DEUTSCHLAND – Landesverband Bayern
Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des Kriegsendes – „Nach Kriegsende begann das Leid“
Feucht, 09. Mai – Am Abend des 8. Mai 2025 veranstalteten der Landesverband Bayern der Partei BÜNDNIS DEUTSCHLAND und die Bürgerallianz Feucht gemeinsam eine Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Unter dem Titel „Nach Kriegsende begann das Leid“ wurde in Feucht ein ebenso stiller wie nachdenklicher Rahmen geschaffen, um an die oft vergessenen Opfer der unmittelbaren Nachkriegszeit zu erinnern.
Die Veranstaltung wurde inhaltlich von Alexander Bendler, Landesschriftführer des Landesverbands Bayern der Partei BÜNDNIS DEUTSCHLAND, mitgestaltet. Den Hauptvortrag hielt Birgit Ruder, Marktgemeinderätin in Feucht, Vorsitzende der Bürgerallianz Feucht und stellvertretende Landesvorsitzende des Landesverbands Bayern. Sie verband historische Fakten mit persönlichen Schicksalen, untermalte ihren Vortrag mit einer Präsentation, einem Dokumentarfilm und literarischen Auszügen, insbesondere zum Leid von Frauen und Kindern nach Kriegsende.
Videoproduktion: Mathias Tretschog / Dauer: 11:34
Links zum Video
- 04.04.205 – Berliner Zeitung: Geheime Handreichung: Baerbock will keine Russen bei Kriegs-Gedenken
- Doku-Serie „The Unknown War“ mit Burt Lancaster von 1978 auf US-Krieg im Mittleren und Nahen Osten
- Statista: Zahl der Toten nach Staaten im Zweiten Weltkrieg in den Jahren 1939* bis 1945
Unterstützt wurde die Veranstaltung durch eine Rede von Axel Popp, Beisitzer im Bundesvorstand von BÜNDNIS DEUTSCHLAND. Er beleuchtete eindrücklich das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen in den Rheinwiesenlagern und verwies auf das Friedensmuseum „Brücke von Remagen“ sowie die Kapelle der Schwarzen Madonna, Symbole des Mahnens und Erinnerns.
BÜNDNIS DEUTSCHLAND und die Bürgerallianz Feucht betonen die Bedeutung einer ehrlichen und umfassenden Erinnerungskultur. Auch das Leid, das viele Deutsche nach dem Kriegsende erdulden mussten, gehört zur historischen Wahrheit. „Freiheit beginnt mit Ehrlichkeit – auch in der Erinnerung“, so Birgit Ruder.
Zugleich äußerten beide Organisationen deutliche Kritik an den aktuellen Plänen der neu vereidigten Bundesregierung, Deutschland „kriegstüchtig“ zu machen – ungeachtet der Kosten. „Natürlich braucht unser Land eine modernisierte, verteidigungsfähige Bundeswehr“, so Alexander Bendler, „aber nicht auf dem Rücken künftiger Generationen. Notwendig sind Entbürokratisierung, moderne Infrastruktur und echte Anreize für den Dienst an der Gesellschaft – nicht eine Aufrüstung um jeden Preis.“
Die Veranstaltung endete mit einem stillen Moment des Gedenkens – ein Zeichen dafür, dass Verantwortung für Frieden auch heute mit ehrlicher Auseinandersetzung beginnt.
Alexander Bendler
Landesschriftführer
alexander.bendler@buendnis-bayern.de /// www.buendnis-bayern.de
Rheinwiesenlager
Nach der Kapitulation gerieten über eine Million deutsche Soldaten in alliierte Gefangenschaft. In improvisierten Lagern unter freiem Himmel – den sogenannten Rheinwiesenlagern – starben Tausende an Hunger, Krankheit und Verzweiflung.
Vergewaltigungen 1945
Hunderttausende Frauen und Mädchen wurden Opfer sexueller Gewalt durch alliierte Soldaten, vor allem durch die Rote Armee. Viele schwiegen ihr Leben lang. Ihre Kinder wuchsen in Scham und Stille auf.
Vertriebene
Zwölf bis vierzehn Millionen Deutsche wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Schlesien, Pommern, Ostpreußen – ganze Regionen wurden entvölkert. Für viele war das Ankommen in der neuen Heimat ein Kampf ums Überleben und um Würde.
Wolfskinder
In den Wäldern Ostpreußens lebten nach Kriegsende Tausende elternlose Kinder – ohne Schutz, ohne Nahrung, ohne Namen. Einige wurden in Litauen aufgenommen, viele starben. Erst Jahrzehnte später wurden sie als ‚Wolfskinder‘ bekannt.
Literaturempfehlungen
Wir sind die Wolfskinder: Verlassen in Ostpreußen
Die letzten „Wolfskinder“ erzählen ihr Schicksal – Vermisst, verloren, vergessen: Über 20.000 deutsche Kinder werden ab 1944 in Ostpreußen von ihren Familien getrennt – viele für immer. Gegen Hunger, Kälte und sowjetische Willkür führen sie einen Kampf um Leben und Tod. Monatelang streifen sie, Wölfen gleich, durch die Wälder Litauens. Nach jahrzehntelangem Schweigen erzählen die letzten Wolfskinder erstmals von den Schrecken der Vergangenheit.
Kriegskinder – Erinnerungen einer Generation
Was heißt es, zu Kriegszeiten Kind zu sein? In diesem Buch erinnern sich Kriegskinder nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus England und Frankreich, Polen, der Ukraine und Weißrussland. Sie erzählen von Nächten in Luftschutzkellern, von Vertreibung, Hunger, politischer Willkür und Vaterlosigkeit. Ihre beklemmenden Berichte schildern, wie sie die Tage und Jahre erlebten, in denen Europa in Flammen stand.
Als die Soldaten kamen – Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs
Die Soldaten, die am Ende des Zweiten Weltkriegs Deutschland von der nationalsozialistischen Herrschaft befreiten, brachten für viele Frauen neues Leid. Zahllose Mädchen und Frauen (und auch etliche Männer) wurden Opfer sexueller Gewalt, überall im Land. Denn entgegen der weit verbreiteten Vorstellung wurden nicht nur »die Russen« zu Tätern, sondern auch Amerikaner, Franzosen und Briten. Auf Basis vieler neuer Quellen umreißt Miriam Gebhardt erstmals historisch fundiert das Ausmaß der Gewalt bei Kriegsende und in der Besatzungszeit. Zugleich beschreibt sie eindrücklich, wie die vergewaltigten Frauen in späteren Jahren immer wieder zu Opfern wurden: von Ärzten, die Abtreibungen willkürlich befürworteten oder ablehnten, von Sozialfürsorgern, die Schwangere in Heime steckten, von Juristen, die Entschädigungen verweigerten. Und nicht zuletzt von einer Gesellschaft, die bis in unsere Tage die massenhaft verübten Verbrechen am liebsten beschweigen und verdrängen würde.
Pressestimmen
Rheinwiesenlager: Ein ehemaliger US-Soldat packt aus
15.12.2024 – Compact
Bis zu einer Million deutscher Soldaten wurde in amerikanischer Gefangenschaft gezielt vernichtet. In unserer Geschichtsausgabe „Die Todeslager der Amerikaner – Massenmord an Deutschen auf den Rheinwiesen“ entreißen wir dieses Tabuthema dem Vergessen und geben den Opfern eine Stimme. Hier mehr erfahren.
Es war der erklärte NS-Gegner Bischof Clemens August Graf von Galen, der kurz nach Empfang der Kardinalsinsignien im Februar 1946 in Rom eine Rede mit dem Titel „Rechtsbewusstsein und Rechtsunsicherheit“ hielt. Darin sprach der sogenannte Löwe von Münster auch über die Willkürherrschaft der Besatzer im niedergerungenen Deutschland und die von den westlichen Siegern betriebenen Internierungslager. …
Kriegsgefangene und Informationen in Fort Hunt im Zweiten Weltkrieg
11.07.2022 – US-Innenministerium
Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in Fort Hunt eine streng geheime Einrichtung des militärischen Geheimdienstes (Postfach 1142), in der hochrangige deutsche Gefangene verhört und Fluchtmethoden für gefangene US-Soldaten entwickelt wurden. Nach dem Krieg wurden einige deutsche Wissenschaftler, die sich für die USA statt für die Sowjetunion entschieden hatten, in Fort Hunt befragt. Anschließend wurden fast alle Gebäude dem Erdboden gleichgemacht und die dort arbeitenden Soldaten zur Geheimhaltung verpflichtet. Infolgedessen wusste niemand von der Bedeutung der dortigen Ereignisse, bis die Informationen in den 1990er Jahren freigegeben wurden. Auch heute noch kommen nur langsam Informationen ans Licht. …
Rheinwiesenlager – eine verschwiegene Schuld
27.10.2016 – dieZuversicht auf YouTube (Dauer: 11:50)
„Die Leichen der Verhungerten wurden täglich auf Karren weit außerhalb der Lager in vorbereitete lange Gruben gekippt und in fünf Lagen und langen Reihen aufgeschichtet. Nach Verfüllung mit dem zuvor ausgebaggerten Erdreich erfolgte die Planierung der Massengräber.“ (Willi Griesheimer, Die Hölle der amerikanischen Kriegsgefangenschaft, Eigendruck, S.2)
„Die Bretzenheimer Einwohner sahen vom April bis Juli 1945 jeden Morgen die Haufen von 120 bis 180 Leichen am Tor und können vom Verladen dieser Umgekommenen auf Lastkraftwagen berichten, die zum Galgenberg bei Kreuznach oder nach Stromberg davon brausten.“ (Erich Werner, Kriegsgefangenenlager Bretzenheim, Bretzenheim, 1998, 5. Auflage, S. 9)
Diese und noch viele weitere Zitate und Tatsachenberichte von immer weniger werdenden Zeitzeugen der Kriegsverbrechen der Alliierten kann man (noch) finden… Die Rheinwiesenlager.
In der vorsätzlichen Vorausplanung seines Massenmordes gegenüber den wehrlos in seiner Macht befindlichen deutschen Kriegsgefangenen hat Eisenhower bereits am 10. März 1945 bei den Kombinierten Stabschefs (CCS) schriftlich angeregt, mit dem Tage der deutschen Kapitulation eine neue Kategorie von Gefangenen zu schaffen – die „Disarmed Enemy Forces“ (DEF), entwaffnete Feindkräfte – die weder den völkerrechtlichen Status von Kriegsgefangenen erhalten, noch von der Armee versorgt werden sollten.
Seine Begründung, die US-Armee hätte nicht genügend Lebensmittel und Versorgungsgüter, war unaufrichtig – richtiger gesagt: verlogen. Denn er wußte es besser. Mit dieser neuen Kategorie von Kriegsgefangenen konnte Eisenhower sowohl den geplanten Entzug von Rechten, als auch die Herabstufung von Nahrungsmitteln durchsetzen sowie den Verbleib von Kriegsgefangenen mittels Täuschung in der Buchführung und in der Statistik verschleiern.
Heutzutage hat sich die Vertuschung in der BRD als so erfolgreich erwiesen, das selbst deutsche Forscher, denen ehemalige Gefangene von den Gräueln in den Rheinwiesenlagern berichteten, in deutschen Archiven allem Anschein nach Beweise dafür finden, daß die Amerikaner die Genfer Konvention entweder befolgt haben, oder es zumindest „versuchten“! …
Gegen das Vergessen – weiterführende Seiten

Die Würde JEDES Menschen ist unantastbar, jeder hat das Recht auf Menschenrecht!
Wer Begriffe wie Nazi, Holocaust-Leugner, Faschisten u. s. w. als Beleidigung bzw. als politische Kampfbegriffe gegen Kritiker der Bundesregierung Deutschlands oder deren Politik gebraucht, verharmlost kognitiv verarmt die Verbrechen des Nazi-Regimes, bedient sich selbst faschistoider Methoden der Diffamierung und Diskreditierung. Er/Sie unterstellt de facto heutigen souveränen, aufgeklärten Mitmenschen, die Ermordung von 6 Mio. Juden, die Ermordung von 4 Mio. Zwangsarbeitern, die Ermordung von 3 Mio. sowjetischen Kriegsgefangenen, die Blitzkriege Hitlers NAZI-Regime mit weltweit mehr als 70 Mio. Kriegsopfern und totaler Zerstörung ganzer Länder zu tolerieren bzw. zu huldigen und vergeht sich damit an der Würde jener selbst denkenden Menschen!
Mathias Tretschog – Freier Journalist




Hinterlasse einen Kommentar